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Private Equity Grundlagen
Frage:
Was ist Private Equity?
Antwort:
Private Equity als eigene Anlageklasse des Kapitalmarkts bedeutet Investitionen in die Finanzierung nicht börsennotierter Unternehmen mit Eigenkapital.
Private steht dabei für den "nicht öffentlichen" Charakter der Anlageklasse Private Equity. Das Pendant bildet das so genannte Public Equity, also die Finanzierung über Eigenkapital, das an öffentlichen Börsen in Form von Aktienkapital aufgenommen wird.
Equity unterstreicht den Eigenkapitalcharakter von Private Equity. Während so genanntes Fremdkapital, das Unternehmen von Banken und Versicherungen als Darlehen zur Verfügung gestellt wird, mit einer vorrangigen, festen Verzinsung abgegolten wird, nimmt Eigenkapital uneingeschränkt am Gewinn oder Verlust eines Unternehmens teil. Der Eigenkapitalinvestor unterliegt damit einem höheren Risiko, da unternehmerische Verluste zunächst mit dem Eigenkapital verrechnet werden. Dementsprechend profitiert er bei positiver Unternehmensentwicklung weit über der dem Fremdkapitalgeber gewährten Verzinsung. Eigenkapital ist zudem grundsätzlich mit juristischen Eigentümerrechten verbunden. Der Eigenkapitalinvestor hat dadurch deutlich bessere Einsichts- und Einflussmöglichkeiten als ein Fremdkapitalgeber.
Die Idee ist keinesfalls neu. Auch in Deutschland stellten seit der Industrialisierung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vornehmlich private Bankiers abseits der noch unterentwickelten Börsen Eigenkapital für aussichtsreiche und für die damalige marktwirtschaftliche Entwicklung innovative Projekte zur Verfügung. Neben dem selbstverständlichen Interesse an hohen Gewinnen leisteten sie einen erheblichen schöpferischen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der Industrienationen. Man sprach von einer "Entfesselung der im Boden, im Handel und in der Dienstleistung liegenden Energien". Das Resultat war der Anbruch eines neuen Zeitalters, das Schlüsselbranchen wie die Dampfschifffahrt, die Eisenbahn, das Versicherungswesen, den Maschinenbau, die Montanindustrie und das Textilgewerbe hervorbrachte. Ein erfolgreiches "Start-Up" dieser Zeit war zum Beispiel die Firma Siemens.
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